Bachelor/Master: Warum dieser neue Studienabschluss?
Vierzig europäische Länder haben im Rahmen des "Bologna-Prozesses" vereinbart,
bis zum Jahr 2010 ihre Hochschulsysteme anzugleichen und zu einem europäischen
Hochschulraum zusammenzuführen. Dazu sollen die Studienabschlüsse in Qualität und
Struktur vergleichbar sein. Die Länder haben sich darauf geeinigt, die bereits
international gängigen und anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master zum Standard
zu erheben. Die Einführung der neuen Bachelorstudiengänge bieten die Chance, auch den
Vorstellungen der Unternehmen nach mehr Berufsorientierung und einem früheren Einstieg
in den Beruf gerecht zu werden.
Bachelor: Wozu?
Der Bachelor ist berufsqualifizierend und stellt einen ersten akademischen Regelabschluss dar. Mit ihm kann
bereits nach 3-jährigem (6-semestrigem) Studium ein Berufseinstieg erfolgen. Daher werden neben
wissenschaftlichen Grundlagen (Fachkenntnisse) verstärkt auch solche Elemente angeboten, die sich auf konkrete Berufsfelder beziehen.
Absolventinnen und Absolventen eines Bachelorstudiums können somit frühzeitig ins Berufsleben einsteigen,
ein Masterstudium aufnehmen oder sich nach einer Phase der Berufstätigkeit durch ein Masterstudium weiterqualifizieren.
Studienqualität
Die Qualität der Studiengänge wird sichergestellt durch:
- Akkreditierung des Studienganges durch anerkannte Agenturen (die Zertifizierung erfolgt auf Grund eines Votums durch ein Expertenteam, in dem auch Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft mitwirken).
- Berufsbezogene Praktika, die von berufserfahrenen Dozentinnen und Dozenten geleitet werden - aus der Praxis für die Praxis.
- Interne und/oder externe Evaluation von Lehrveranstaltungen.
- Regelmäßige Gespräche über der Studieninhalte und Studienabschlüsse mit Berufsverbänden und Beobachtung der Berufspraxis.
- Berufsrelevante, praxisorientierte Lehre und Forschung.
Module und Leistungspunkte
Die Studiengänge sind modular aufgebaut, die Lernerfolge werden mit Leistungspunkten bewertet. Module sind thematisch und zeitlich abgeschlossene Lehreinheiten, die sich aus mehreren Lehrveranstaltungen zusammensetzen. Jedes Modul wird grundsätzlich mit einer Prüfung abgeschlossen und nach bestandener Prüfung mit Leistungspunkten (Credit Points) bewertet.
Dies erfolgt nach dem Europäischen Leistungspunktesystem ECTS (European Credit Transfer System) um Vergleichbarkeit, Anerkennung und Anrechnung von Prüfungsleistungen in Deutschland und Europa zu erleichtern.
Für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul erhalten die Studierenden je nach Zeitaufwand, der mit dem Modul verbunden ist, eine bestimmte Punktzahl (für 30 Arbeitsstunden einen Punkt). Sie haben ihr Studium erfolgreich abgeschlossen, wenn sie insgesamt 180 Punkte erreicht und die Abschlussarbeit erfolgreich absolviert haben. Das ist bei einem Vollzeitstudium in drei Jahren möglich.
Abschlusszeugnis
Mit dem Abschlusszeugnis wird ein "Diploma Supplement" vergeben. Dies ist eine ergänzende Erläuterung zum Abschlusszeugnis
und beschreibt konkret, welche Inhalte und Qualifikationen im Studium vermittelt wurden. Zudem liefert es Informationen über
das Hochschulsystem des ausstellenden Landes. Damit wird eine hohe Transparenz für die Arbeitgeberseite sichergestellt,
die eine Bewertung der erreichten Qualifikation erleichtert.
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